Wir haben fĂŒr heute eine FĂŒhrung bei Airbus gebucht. Sie soll zeigen, wie der A321 zusammengebaut wird und was es sonst noch so gibt. Wir haben die Tickets fĂŒr je 30⏠gebucht und machen uns am Mittag auf den Weg zum Airbus Industrie-GelĂ€nde.
Zuerst mit der Metro A durch die Stadt, dann mit dem Tram T1 bis zur Halstestelle âAeroscopiaâ in Beauzelle. Noch 15 Minuten Marsch quer durch ein ziemlich neues Quartier und wir sind am Ziel. Draussen vor dem EmpfangsgebĂ€ude und Museum stehen eine Concorde, eine Caravelle, eine A380, A340 und eine A320 und noch anderes.Â
Am Schalter werden unsere IDs mit der Anmeldeliste verglichen und wir erhalten einen Batch âLetâs visit Airbusâ und das ist die Kennung fĂŒr den Einstieg in den Bus. Wir, also noch etwa 30 weitere Personen sind mit dem Guide bereit, einzig es fehlt der Chauffeur ;-) Das wird gelöst, wir steigen ein und dann klare Ansage: âKEINE Photos, KEINE Videos, strengstens verboten! Okay. Wir fahren zur Halle, wo die Endmontage der A321 stattfindet und unser Guide erzĂ€hlt uns etwas ĂŒber die Flugzeuge (es sind vornehmlich A350), die auf dem Tarmac herumstehen, zum Teil mit, zum Teil ohne Triebwerke. Gewisse Tests mĂŒssten im Freien gamacht werden, so z.B. Druckfestigkeit der RumpfhĂŒlle oder Kontrolle der Treibstoffleitungen, erklĂ€rt er uns.
Wir gehen in das GebĂ€ude und werden anhand von schematischen Darstellungen aufgeklĂ€rt, wie der Zusammenbau der Flugzeuge ablĂ€uft. Die grossen Teile, wie Rumpf, Leitwerk, Cockpit, FlĂŒgel, etc. eines Airbus kommen ja aus verschiedenen europĂ€ischen LĂ€ndern, werden mit den 7 Belugas nach Toulouse geflogen und eben hier in der âFinal Assembly Hallâ zum finalen Flugzeug zusammengebaut, Ein Sonderfall sind die Triebwerke, die werden vom Kunden definiert und dann von Airbus als Letztes an das Flugzeug installiert. Die Kosten der Triebwerke soll dabei einen Drittel des Gesamtpreises eines A321 ausmachen!
Wir steigen in den Lift, der uns auf eine Galerie bringt, von wo aus wir die Montagehalle gut ĂŒberblicken können. Niemand arbeitet. Der Guide erklĂ€rt die einzelnen Schritte; was die Markierungen auf dem Boden bedeuten, dass zwischen 15 bis 45 Personen in einem Montageteam sind (je nach KomplexitĂ€t) und dass jeweils 2 solcher Teams in Schichtarbeit den Vogel bearbeiten. Parallel werden 5 bis 7 Maschinen montiert.
Es gibt Fragen und Antworten, da meldet sich ein Junge gerade vor mir, der schon als âsmart assâ aufgefallen ist: âThere is a cat!!â Der Guide versteht zuerst nicht genau, aber dann realisiert er, dass da wirklich eine Katze in der Montagehalle sitzt, die nicht zu den montierenden Teilen gehört. Er lĂ€sst sich nichts anmerken und kommt auf das Handling von nicht identifizierten Objekten im Montageumfeld zu sprechen. Jeder Mitarbeitende habe eine rote Tasche dabei, in welcher sie Objekte, die sie nicht in den Montageprozess einordnen könne, deponiert. So soll sichergestellt werden, dass keine fremden Objekte, wie bei Boeing geschehen, ins Flugzeug âwandernâ. Mein Einwand, dass die Tasche aber fĂŒr eine Katze zu klein sei, erzeugte zwar Lacher aber das wars.
Interessant fand ich die Durchlaufzeit in der Endmontage. Im Jahre 2023 (das waren die Daten die der Guide hatte) braucht es zwischen 5 bis 7 Monate um den finalen Montageprozess zu durchlaufen. Wenn man denkt, dass die indische Fluggesellschaft âIndiGoâ 500 Exemplare bestellt hat - das dauert. Allerdings hat Airbus Endmontage-Fabriken auch in China, Deutschland und den USA, aber ĂŒberall kommen die vorgefertigten Komponenten aus Europa zum Einsatz.
Es geht zurĂŒck mit dem Lift; es gibt eine kurze Info betreffend Lackierung der Flugzeuge. Da könne alles von Airbus, resp. Der engagierten Partnerfirma gemacht werden , wenn die Lieferzeit und die Kosten vom Kunden akzeptiert wĂŒrden. Das Total-Gewicht der Farbe sei um die 400 kg, also nicht so entscheidend. Aufgetragen wird die Farbe von Hand mit Spritzpistolen, dabei sind die Pistolen / Farbe positiv und das Flugzeug negativ geladen - so ist der Weg der Farbteile vorbestimmt und sie bleiben besser haften. Noch ein Exkurs ĂŒber die Bolzen, die das Flugzeug zusammenhalten und wie sie montiert werden. Interessant ist, dass gewisse Bolzen bei der FlĂŒgelmontage von âinnenâ, also vom Tankinnern fixiert werden mĂŒssen. Das hat zur Folge, dass bei der Rekrutierung von Montage-Teammitgliedern auch auf Körpergrösse und BMI geachtet wird, um die Arbeitsstelle FlĂŒgeltank adĂ€quat besetzen zu können.
Es geht durch die Security zurĂŒck und wir schauen uns noch den Prototypen des A400M von 2014, der vor dem EmpfangsgebĂ€ude steht, von innen an.
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Am Morgen vor der Airbus-FĂŒhrung habe ich noch etwas Zeit und erkunde die KanĂ€le in Toulouse.Ich folge dem Canal du Midi, auch ein WKE, vom Bahnhof aus bis zum âPort de lâEmbouchureâ, wo sich in diesem Becken die drei KanĂ€le Canal du Midi, Canal LatĂ©ral Ă la Garonne und Canal de Brienne treffen! Ich folge dem Canal de Brienne bis zum Punkt wo er in die Garonne mĂŒndet.Â
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