Bei schönem Wetter haben wir heute Morgen die Erkundung von La Rochelle gestartet. Heute ist der 8. Mai und damit der nationale Feiertag der Befreiung von Frankreich von den Nazis (Bedingungslose Kapitulation) und die Stadt ist von Ausflüglern und Touristen gut gefüllt.
La Rochelle hat eine bewegte Vergangenheit, Unter anderem die Religionskriege, wo 1627-1628 La Rochelle die Stadt, in der sich die Hugenotten verschanzten und von der königlichen französischen durch Belagung ausgehunert wurde. 20‘000 Menschen sollen hier ihr Leben gelassen haben.
Im 19. Jahrhundert war La Rochelle, nach Nantes und Le Havre der wichtigste Atlantikhafen für den atlantischen Sklavenhandel. Während das zweiten Weltkriegs war in La Rochelle-La Pallice ein U-Boot Bunker der Deutschen in Betrieb. Der immer noch erhaltene Bunker diente u.a. Als Drehort für den Film „Das Boot“. Leider ist der Bunker heute für Publikum nicht zugänglich.
Kaffee um die Ecke.
Imposantes Eckhaus.
Blick ins Café de la Paix. Hier soll George Simenon Stammgast gewesen sein.
Die riesige Kathedrale St. Louis mit ...
.. unkonventionellen Leuchtern und …
.. goldiger Marienkapelle.
Durch den Parc Charruyer geht es Richtung Hafen.
Clarisse, Amme-Sklavin. Diese Bronzeskulptur des haitianischen Künstlers Filipo zeigt eine Sklavin, die einem weißen Kind den Still gibt. Ihr eigenes Kind wartet zu ihren Füßen darauf, an der Reihe zu sein. Diese Szene ist inspiriert von einer Geschichte von La Rochelle, der von Clarisse, die 1793 ihre Freiheit erhält. Es ist „möglich und wahrscheinlich“, dass diese Frau als Kindermädchen gefüttert wird. Sie verkörpert die Gesamtheit der schwarzen Ammen im Mutterland, insbesondere in den Häfen, die Schwarzhandel betrieben haben. Clarisse wurde in Léogâne, einer Stadt in Santo Domingo, dem heutigen Haiti, gekauft und von ihrem Herrn nach La Rochelle gebracht. Die Kindermädchen wurden aus den jungen Sklavenfrauen ausgewählt, die Mütter wurden und stillten. Diese Frauen hatten einen Monat Ruhezeit mit ihrem Neugeborenen und eine Vorzugsdiät, um ihre Gesundheit zu gewährleisten [Quelle: Infotafel].
Durch das „Porte des deux Moulins“ geht es Richtung Vieux Port.
Der Tour de Lanterne diente als Leuchtturm.
Die Hafeneinfahrt In den Vieux Port. Links der Tour de la Chaîne, der jeweils abends die Kette für die Sicherung des Hafens hochzog und rechts der Tour Saint Nicolas.
Das Ganze vom anderen Ufer, dafür in der Dämmerung.
Die Plastic Odyssey ist gerade in La Rochelle für Werbetour angekommen.
Zur Kulinarik halte ich mich kurz. Das heutige Nachtessen war etwas mehr „fleisch-zentriert“ aber die Nachspeise ist erwähnenswert:
St. Marcelin avec Confiture de cerises noires. Spezielle Note.